Kabinett beschließt weitere steuerliche Förderung der Elektromobilität

Kabinett beschließt weitere steuerliche Förderung der Elektromobilität

Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 31. Ju­li ein Pa­ket mit ver­schie­de­nen steu­er­li­chen Maß­nah­men ver­ab­schie­det. Bei dem Referentenentwurf handelte es sich zunächst bloß um einen auf der Arbeitsebene ausgearbeiteten Gesetzentwurf. Dieser soll bis zum Jahresende von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.
Steu­er­li­che För­de­rung kli­ma­f­reund­li­chen Ver­hal­tens
Schwer­punkt des vom Ka­bi­nett be­sch­los­se­nen Ge­setz­ent­wur­fes ist die steu­er­li­che För­de­rung der Elek­tro­mo­bi­li­tät. Die Nut­zung des öf­f­ent­li­chen Nah­ver­kehrs, des Fahr­rads oder um­welt­f­reund­li­cher Fahr­zeu­ge soll at­trak­ti­ver wer­den. Fol­gen­de Maß­nah­men hat das Ka­bi­nett be­sch­los­sen:
Steu­er­f­rei­es Job-Ti­cket und Ein­füh­rung ei­ner Pau­schal­be­steue­rung für Job-Ti­ckets
Jobti­ckets sol­len noch stär­ker ge­nutzt wer­den. Über­lässt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mern ein ent­sp­re­chen­des Ti­cket oder leis­tet er da­für Zu­schüs­se, blei­ben die­se Vor­tei­le seit 2019 steu­er­f­rei. Der ent­sp­re­chen­de Be­trag ist von den Be­schäf­tig­ten auf die als Wer­bungs­kos­ten ab­zieh­ba­re Ent­fer­nungs­pau­scha­le an­zu­rech­nen. Um für Nut­zer ei­nes Jobti­ckets mehr An­rei­ze zu schaf­fen, kön­nen die ge­leis­te­ten Zu­schüs­se bzw. der geld­wer­te Vor­teil des Jobti­ckets künf­tig al­ter­na­tiv auch beim Ar­beit­ge­ber pau­schal mit 25 % be­steu­ert wer­den. Bei die­ser steu­er­li­chen Lö­sung ent­steht Ar­beit­neh­me­rin­nen oder Ar­beit­neh­mern durch die un­ent­gelt­li­che Ge­wäh­rung, z. B. ei­nes „Jobti­ckets“, kein steu­er­li­cher Nach­teil.
Di­enst­wa­gen­be­steue­rung
Wird ein Di­enst­wa­gen auch pri­vat ge­nutzt, wird die­ser Vor­teil grund­sätz­lich mit 1 % des in­län­di­schen Lis­ten­p­rei­ses ver­steu­ert. Im letz­ten Jahr wur­de für Elek­tro- und ex­tern auf­lad­ba­re Hy­brid­fahr­zeu­ge die­se Ver­steue­rung hal­biert (auf 1 % des hal­ben Lis­ten­p­rei­ses/Mo­nat). Die­se Re­ge­lung wird bis zum Jahr 2030 ver­län­gert. Zu­g­leich wer­den aber auch die tech­ni­schen An­for­de­run­gen er­höht. Ab dem Jahr 2022 muss die (rein elek­trisch be­trie­be­ne) Min­de­st­reich­wei­te der ge­för­der­ten Hy­brid-Fahr­zeu­ge 60_km be­tra­gen oder ein ma­xi­ma­ler CO2-Aus­stoß von 50 g/km gel­ten, ab 2025 dann auf 80 km (oder max. CO2-Aus­stoß von 50 g/km).
Son­der­ab­sch­rei­bun­gen für Elek­tro­lie­f­er­fahr­zeu­ge
Für die An­schaf­fung neu­er, rein elek­trisch be­trie­be­ner Lie­f­er­fahr­zeu­ge wird ei­ne Son­der­ab­sch­rei­bung ein­ge­führt (2020 bis En­de 2030). Da­mit kön­nen Un­ter­neh­men be­reits im Jahr der An­schaf­fung ei­nes sol­chen Fahr­zeugs zu­sätz­lich zu den re­gu­lä­ren Ab­sch­rei­bungs­mög­lich­kei­ten die Hälf­te der An­schaf­fungs­kos­ten steu­er­lich ab­sch­rei­ben.
Steu­er­be­f­rei­ung für La­de­strom und Pau­schal­be­steue­rung für La­de­vor­rich­tung
Das kos­ten­f­reie Auf­la­den des Elek­tro- oder Hy­bri­de­lek­tro­fahr­zeugs im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers ist steu­er­f­rei. Eben­so kön­nen be­trieb­li­che La­de­vor­rich­tun­gen an Be­schäf­tig­te über­las­sen wer­den, oh­ne dass die­ser Vor­teil ver­steu­ert wer­den muss. Über­eig­net der Ar­beit­ge­ber La­de­vor­rich­tun­gen für die Nut­zung au­ßer­halb des Be­trie­bes oder leis­tet Zu­schüs­se für den Er­werb, kann die­ser geld­wer­te Vor­teil pau­schal mit 25 % ver­steu­ert wer­den. Die­se Re­ge­lung wird um 10 Jah­re ver­län­gert.
Ge­wer­be­steu­er­li­che Er­leich­te­run­gen bei Mie­te und Lea­sing von Elek­tro­fahr­zeu­gen
Un­ter­neh­men, die um­welt­f­reund­li­che Fahr­zeu­ge mie­ten oder lea­sen, sol­len künf­tig steu­er­lich bes­ser ge­s­tellt wer­den. Für Elek­tro­fahr­zeu­ge und ex­tern auf­lad­ba­re Hy­bri­de­lek­tro­fahr­zeu­ge (die be­stimm­te Schad­stof­f­aus­stoß- oder Reich­wei­ten­kri­te­ri­en er­fül­len) so­wie für an­ge­mie­te­te Fahr­rä­der, die kei­ne Kraft­fahr­zeu­ge sind, wird bis 2030 der bis­he­ri­ge Um­fang der Hin­zu­rech­nung bei der Ge­wer­be­steu­er hal­biert.
Steu­er­be­f­rei­ung für be­trieb­li­che Fahr­rä­der oder Elek­tro­fahr­rä­der
Wird ein Di­enst­fahr­rad den Be­schäf­tig­ten auch für den Pri­vat­ge­brauch kos­ten­los zur Ver­fü­gung ge­s­tellt, ist das seit 2019 dann steu­er­f­rei, wenn es zu­sätz­lich zum re­gu­lä­ren Ar­beits­lohn er­folgt. Auch Be­triebs­in­ha­ber selbst müs­sen die pri­va­te Nut­zung nicht ver­steu­ern. Die­se Re­ge­lun­gen wer­den bis zum 31. De­zem­ber 2030 ver­län­gert.
Steu­er­li­che Maß­nah­men für güns­ti­gen Wohn­raum und mehr Ge­rech­tig­keit
Ver­güns­tig­ter Wohn­raum für Be­schäf­tig­te
Wer sei­nen Be­schäf­tig­ten güns­ti­gen Wohn­raum zur Ver­fü­gung stellt, leis­tet ei­nen wich­ti­gen Bei­trag ge­gen knap­pen Wohn­raum und stei­gen­de Mie­ten. Bis­her müs­sen Be­schäf­tig­te den fi­nan­zi­el­len Vor­teil ge­gen­über der orts­üb­li­chen Mie­te je­doch ver­steu­ern. Das ver­rin­gert den ei­gent­lich ge­wünsch­ten Ef­fekt, ins­be­son­de­re da die orts­üb­li­che Ver­g­leichs­mie­te in den letz­ten Jah­ren vie­ler­orts deut­lich ge­s­tie­gen ist. Für die Be­rech­nung des steu­er­li­chen Vor­teils wird des­halb ein Ab­schlag ein­ge­führt. Im Er­geb­nis müs­sen da­mit Be­schäf­tig­te, die min­des­tens zwei Drit­tel der orts­üb­li­chen Ver­g­leichs­mie­te zah­len, den fi­nan­zi­el­len Vor­teil nicht mehr ver­steu­ern. Der Ab­schlag gilt nur bis zu ei­ner orts­üb­li­chen Ver­g­leichs­mie­te von 25 Eu­ro/qm (kalt).
Ein­däm­mung von Sha­re Deals
Mit ei­nem wei­te­ren Ge­setz­ent­wurf wird ei­ne miss­bräuch­li­che Pra­xis zur Steu­er­ver­mei­dung durch – meist fi­nanz­star­ke – Un­ter­neh­men ein­ge­dämmt, die so­ge­nann­ten Sha­re Deals. Die Grun­d­er­werb­steu­er wird im­mer dann fäl­lig, wenn das Ei­gen­tum an ei­nem Grund­stück über­geht. Um die­se Grun­d­er­werb­steu­er zu ver­mei­den, wird häu­fig ein Un­ter­neh­men ge­grün­det, des­sen ein­zi­ger Ver­mö­gens­ge­gen­stand ein Grund­stück (mit Ge­schäfts­ge­bäu­de) ist. Wenn nun le­dig­lich An­tei­le an die­ser Ge­sell­schaft er­wor­ben wer­den, bleibt die­se recht­lich Ei­gen­tü­me­rin der Grund­stü­cke. Bis­her wur­de bei ei­nem Er­werb von we­ni­ger als 95 Pro­zent der An­tei­le ei­ner sol­chen Ge­sell­schaft inn­er­halb von fünf Jah­ren kei­ne Grun­d­er­werb­steu­er fäl­lig.
Durch die­ses Mo­dell ent­ge­hen den Län­dern er­heb­li­che Steuer­ein­nah­men. Au­ßer­dem wi­der­spricht es der Steu­er­ge­rech­tig­keit, da die­ser Vor­teil von Pri­vat­per­so­nen nicht ge­nutzt wer­den kann. In ei­nem ers­ten Schritt wird jetzt auf Vor­schlag der Län­der die Be­tei­li­gungs­schwel­le, ab der ein Grund­stück­ser­werb an­ge­nom­men wird, auf 90 % ge­senkt. Au­ßer­dem soll die Frist auf 10 Jah­re ver­län­gert wer­den, inn­er­halb de­rer die An­teils­käu­fe der neu­en Ei­gen­tü­me­rin­nen bzw. Ei­gen­tü­mer be­rück­sich­tigt wer­den.
Mehr Vor­tei­le für Be­schäf­tig­te
Steu­er­f­rei­heit für Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen
Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers, die der Ver­bes­se­rung der Be­schäf­ti­gungs­fähig­keit des Ar­beit­neh­mers bzw. der Ar­beit­neh­me­rin die­nen, sind steu­er­f­rei.
Mehr Vor­tei­le für Be­schäf­tig­te bei Di­en­st­rei­sen
Zu­künf­tig kön­nen Be­schäf­tig­te bei mehr­tä­ti­gen Di­en­st­rei­sen pro Tag 28 Eu­ro (statt bis­her 24 Eu­ro; + 17 %), bei Ab­we­sen­hei­ten zwi­schen 8 und 24 Stun­den 14 Eu­ro (statt bis­her 12 Eu­ro; + 17 %) an­set­zen. Au­ßer­dem wer­den die Re­ge­lun­gen für Be­rufs­kraft­fah­re­rin­nen und Be­rufs­kraft­fah­rer durch die Ein­füh­rung ei­nes ge­setz­li­chen Pausch­be­trags ve­r­ein­facht. Kos­ten, die mit der Über­nach­tung im Di­enst­fahr­zeug im Zu­sam­men­hang ste­hen, kön­nen sie zu­künf­tig pau­schal mit 8 Eu­ro pro Tag an­set­zen. Al­ter­na­tiv kön­nen auch die tat­säch­li­chen Kos­ten bei der Steu­er gel­tend ge­macht wer­den, wenn die­se höh­er sind. Nach dem Gesetzentwurf soll ab 2020 eine Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen erfolgen.
Klar­heit beim Sach­lohn­be­zug
Sach­be­zü­ge, die der Ar­beit­ge­ber kos­ten­los oder ver­güns­tigt ge­währt, sind bis zu der Gren­ze von 44 Eu­ro im Mo­nat steu­er­f­rei. Die Re­ge­lung bleibt be­ste­hen.
Qu­el­le: BMF Mit­tei­lung

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