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Informationen zur Grundsteuerreform

Wie Sie vermutlich bereits aus der Presse erfahren haben, müssen alle Eigentümer von Grundstücken bis spätestens zum 31. Oktober 2022 eine Feststellungserklärung beim Finanzamt einreichen. Die Finanzverwaltung wird hierzu alle Eigentümer von Grundstücken schriftlich informieren und in diesem Schreiben einige Daten bereitstellen. Die technischen Möglichkeiten für die digitale Übermittlung stehen ab dem 01. Juli 2022 zur Verfügung. Somit verbleibt ein Zeitfenster von vier Monaten, in dem rund 36 Millionen zusätzliche Steuererklärungen abgegeben werden müssen. Dies stellt für alle Beteiligten eine immense Herausforderung dar.

In dieser sog. Feststellungserklärung sind u.a. Angaben zu Lage, Grundstücksart, Eigentumsverhältnissen sowie Wohn-/Nutzfläche bzw. Bruttogrundfläche zu machen. Da es sich um eine Steuererklärung handelt, müssen die Angaben vollständig und richtig sein. Die Erklärung kann von den Grundstückseigentümer/innen selbst erstellt werden. Hierzu benötigen Sie ein sog. ELSTER-Zertifikat, das online bei der Finanzverwaltung angefordert werden kann.

Selbstverständlich unterstützen wir Sie bei der Bearbeitung der Erklärung, sofern Sie dies wünschen. Da es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich ist, den Arbeitsaufwand für die Datenbeschaffung und Erstellung der Erklärungen abzuschätzen, bitten wir Sie, uns baldmöglich mitzuteilen, ob Sie unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten.

Für eine Auftragserteilung bitten wir Sie, die beigefügte Vereinbarung bis spätestens zum 30.06.2022 an uns zu senden. Die zur Erstellung der Erklärung benötigten Angaben fordern wir im Nachgang direkt bei Ihnen an. Wir werden hierzu ein Online-Portal verwenden, für das Sie von uns die Zugangsdaten per E-Mail erhalten. Bitte teilen Sie uns in der Auftragsvereinbarung unbedingt die E-Mailadresse mit, die wir hierfür für Sie hinterlegen sollen.

Rechtlicher Hintergrund
Das Bundesverfassungsgericht hat die Grundsteuer in der heute vorliegenden Form bereits im Jahr 2018 für verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber zur Reform des Grundsteuergesetzes aufgefordert. In den meisten Bundesländern wird die Bewertung der Grundstücke künftig durch das einheitliche „Bundesmodell“ ggf. mit geringen Abweichungen erfolgen. Fünf Bundesländer haben hiervon abweichende Ermittlungsverfahren durchgesetzt (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen).

Der Gesetzgeber ist verpflichtet, bis zum 01.01.2025 neue Einheitswerte für alle Grundstücke festzustellen. Dazu müssen – wie bereits dargestellt – bis zum 31.10.2022 alle Grundstücke erfasst und anschließend neu bewertet werden auf den Stichtag 01.01.2022.

Alle Grundstückseigentümer müssen entsprechende Feststellungserklärungen abgeben. Hierzu ist von der Finanzverwaltung ein Zeitfenster von nur vier Monaten vom 01.07.2022 bis zum 31.10.2022 vorgesehen.

Die Finanzverwaltung wird auf dieser Grundlage bis zum 31.12.2023 entsprechenden Bescheide erlassen, und den Gemeinden für die Erhebung der Grundsteuer ab 2025 nach den neuen Werten zur Verfügung zu stellen.

Betroffen sind Eigentümer von

  • Wohnungs- und Teileigentum
  • Erbbauberechtigte und Eigentümer auf fremden Grund und Boden errichteter Gebäude, inkl. Garagen-/Tiefgaragenstellplätze
  • baureifen Grundstücken, unabhängig von der Nutzung (privat, betrieblich, Vermietung, land- und forstwirtschaftlich)

Und was heißt das jetzt – muss ich demnächst mehr Grundsteuer bezahlen?
Diese Frage lässt sich leider pauschal nicht beantworten. Die exakte Bemessung der neuen Grundsteuer hängt von einer Menge verschiedener Faktoren ab wie z. B. dem Gebäudealter, der Grundstücksfläche, der Immobilienart, ggf. der statistischen Kaltmiete, und dem sog. Bodenrichtwert. Die maßgebliche Größe zur Berechnung ist aber der sog. Hebesatz, den die jeweilige Gemeinde festlegt, in der sich Ihr Grundstück befindet. Dies wird aber erst geschehen, nachdem sämtliche Erklärungen abgegeben und ausgewertet worden sind. Die Gemeinden sind gehalten, ihr Grundsteueraufkommen neutral zu halten, d.h. insgesamt sollen die Einnahmen aus der Grundsteuer etwa gleich bleiben. Im Ergebnis werden also voraussichtlich viele Eigentümer/innen demnächst mehr, andere weniger Grundsteuer bezahlen.

Honorar für die Erstellung der Grundsteuererklärung
Das Honorar der Steuerberatungsgesellschaft für die Zusammenstellung der Daten sowie die Erstellung der Feststellungserklärungen richtet sich gem. § 24 Abs. 1 Nr. 11a der Steuerberatergebührenverordnung (StBVV) nach Aufwand und Gegenstandswert. Bei einer Mittelgebühr (9,5/20) und bei einem Mindestgegenstandswert von EUR 25.000 betragen die Kosten EUR 382,85 zzgl. einer Auslagenpauschale in Höhe von EUR 20,00.

Wir gehen daher zzt. von Kosten pro Grundstück ab ca. EUR 400,00 zuzügl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer pro Grundstück aus. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns je nach Menge und Komplexität der im Einzelfall zu erhebenden Daten eine aufwandsbezogene Anpassung des Honorars vorbehalten müssen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen einen Überblick über das Thema verschaffen konnten.
Bitte kontaktieren Sie uns gern, wenn Sie Fragen haben.