Corona-Krise: Sofort- und Fördermaßnahmen

Corona-Krise: Sofort- und Fördermaßnahmen

Wir möchten Ihnen in dieser schwierigen Zeit weiterhin zur Seite stehen und Sie über den aktuellen Stand von steuerlichen Sofortmaßnahmen sowie weiteren Fördermaßnahmen informieren. Wir geben Ihnen nachfolgend einen kurzen Überblick über diese Maßnahmen.

Bitte melden Sie sich gern bei uns, wenn Sie Fragen haben. Falls Sie Informationen zum Kurzarbeitergeld benötigen, schauen Sie bitte auch auf unsere Startseite, dort haben wir Links zu aktuellen Informationen und nützlichen Formularen hinterlegt.

  1. Anerkennung für Beschäftigte in der Corona-Krise
    In der Corona-Krise werden Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt.Pressemitteilung des BMF vom 03.04.2020:
    Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen.Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt.
    Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.Achtung: Stand heute (03.04.2020) handelt es sich lediglich um eine Pressemitteilung. Man darf nun davon ausgehen, dass in Kürze ein entsprechendes Gesetz bzw. eine entsprechende Verordnung verabschiedet wird. Wir empfehlen daher, entsprechende Zahlungen erst dann zu veranlassen, wenn die Rechtsgrundlage gesichert ist. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
  2. Steuerzahlungen
    Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten. Sollten einzelne Maßnahmen für Sie in Betracht kommen, sprechen Sie uns bitte an. Nach entsprechender Beauftragung stellen wir für Sie die Anträge und überwachen die Durchführung.
  •  a) Steuervorauszahlungen
    Wenn Sie wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen sind, können Ihre laufenden Vorauszahlungen für die Ertragsteuern herabgesetzt werden, ggf. auf 0,00 Euro. Die Finanzämter sind gehalten, auch einzelne Vorauszahlungen anzupassen. Vor diesem Hintergrund kann es ggf. sinnvoll sein, zunächst nur die Vorauszahlung zum 10.06.2020 herabzusetzen. Je nach weiterer Entwicklung kann vor der nächsten Vorauszahlung ggf. ein weiterer Antrag gestellt werden.
  • b) bis zum 31.12.2020 fällige Steuerbeträge
    Auf Antrag können fällige Steuerbeträge (Nachzahlungen sowie Vorauszahlungen) bis zu drei Monate zinslos gestundet werden. Der Nachweis ist vereinfacht. Bitte beachten Sie, dass auch Umsatzsteuer-Vorauszahlungen gestundet werden können.
  • c) Erstattung der Sondervorauszahlungen zur Umsatzsteuer (1/11)
    Verschiedene Landesfinanzministerien beanstanden es nicht, wenn unter Zugrundelegung des sog. Katastrophenerlasses des Bundesfinanzministeriums (BMF) die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für 2020 (sofern Sie die sog. Dauerfristverlängerung beantragt haben) auf Antrag auf „Null“ herabgesetzt wird, sofern der Unternehmer unter Darlegung seiner Verhältnisse nachweist, nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen zu sein. Das bedeutet, dass die geleistete Sondervorauszahlung erstattet wird. Die Dauerfristverlängerung kann dennoch aufrechterhalten werden.Bei entsprechender Liquiditätslage empfehlen wir Ihnen, entsprechende Anträge in Betracht zu ziehen. Bitte halten Sie in diesem Zusammenhang entsprechende Nachweise vor, die darlegen, dass die Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Antragstellung vorlagen (Liquiditätsengpässe durch die Corona-Krise). Sollten diese Voraussetzungen später wegfallen, sind die Anträge zu berichtigen, so dass u. a. herabgesetzte Vorauszahlungen wieder anzupassen sind.

  

  1. Andere Abgaben
  • a) Beiträge zur Berufsgenossenschaft
    Diverse Berufsgenossenschaften reagieren auf die Auswirkungen der Corona-Krise, indem sie ihren Mitgliedsbetrieben die Stundungsregelungen erleichtern. Die Erleichterungen bestehen je nach Genossenschaft in der Vereinbarung von geringeren Raten, dem Verzicht auf Sicherheiten sowie dem Verzicht auf Zinsen. Ob und wenn, welches Instrument in Betracht kommt, wird einzelfallbezogen geprüft und entschieden.
  • b) Beiträge zur Sozialversicherung
    Für Unternehmen, die infolge der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, kann die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen eine Möglichkeit darstellen, sich einen gewissen finanziellen Spielraum zu verschaffen. Die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen ist dabei an folgende Voraussetzungen geknüpft (§ 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV):
    – Der Anspruch auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag darf nur dann gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung der Beiträge mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre.

    – Eine erhebliche Härte für das Unternehmen ist gegeben, wenn es sich aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet oder im Falle der sofortigen Einziehung der fälligen Sozialversicherungsabgaben in diese geraten würde.
    – Eine Stundung darf allerdings nicht gewährt werden, wenn eine Gefährdung des Anspruches eintreten würde. Das ist der Fall, wenn die Zahlungsschwierigkeiten nicht nur vorübergehend sind oder eine Überschuldung in absehbarer Zeit offensichtlich nicht abgebaut werden kann. Über den Stundungsantrag entscheidet die Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen. Betroffene Unternehmen sollten sich direkt an die zuständige Krankenkasse wenden. Eine gebündelte Bearbeitung durch eine zentrale Stelle ist leider nicht vorgesehen, so dass bei jeder einzelnen Krankenkasse ein entsprechender Antrag gestellt werden muss.

 

  1. KfW-Sonderprogramm 2020
    Das neue KfW-Sonderprogramm 2020 ist bereits an den Start gegangen. Die Mittel für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt. Es steht sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Die Kreditbedingungen wurden nochmals verbessert. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro schaffen weitere Erleichterung für die Wirtschaft. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen erleichtern Banken und Sparkassen die Kreditvergabe.Ein Faktenblatt sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum KfW Sonderprogramm finden Sie unter den folgenden Links:
    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/F/faktenblatt-kfw-sonderprogramm.pdf?__blob=publicationFile&v=8
    https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.htmlAnsprechpartner ist Ihre Hausbank

    oder ein anderer Finanzierungspartner Ihrer Wahl in Ihrer Nähe.
    Eine direkte Antragstellung bei der KfW ist nicht möglich.

 

Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, die jeweils möglichen Fördermaßnahmen bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen zu prüfen und zu beantragen. Entsprechendes gilt für die Corona-Soforthilfe (Sofort-Hilfe-Programm NRW) sowie das das Kurzarbeitergeld – hierüber hatten wir Sie mit unseren beiden vorangegangenen Rundschreiben informiert.

Bitte sprechen Sie uns gern an, wenn Sie Fragen zu den genannten Maßnahmen haben. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir wegen der zzt. hohen Zahl an Anfragen nicht immer sofort reagieren können.

In diesem Sinne – bleiben Sie gesund!

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